Filmsoundtracks sind heutzutage eigentlich kaum mehr, als eine relativ willen- und sinnlose Aneinanderreihung einzelner Songs. Diese müssen noch nicht mal mehr zwingenderweise zu einzelnen Filmszenen passen. Ob ein Song auf einen Soundtrack kommt und Verwendung im Film findet, ist mehr eine Frage der Verhandlungen zwischen Platten- und Filmfirma als das damit ein künstlerischer Wert erzeugt werden soll. Hauptsache die Kasse stimmt für alle Seiten. Im Optimalfall wirft diese Crosspromotion ein Video mit Filmszenen ab, welches die Leute in den Film und/oder in den Plattenladen lockt. Schade, eigentlich.
Aber von jeder Regel gibts hin und wieder auch Ausnahmen. Eine solche ist der Soundtrack zum Film „Judgement Night“ aus dem Jahr 1993. Der Film selbst – ein recht mäßiger Actionthriller, mit Emilio Estevez und Cuba Gooding jr. noch mäßig prominent besetzt – floppte deutlich und verschwand schnell in den dunklen Weiten der Videotheken. Der Soundtrack hingegen schuf ein Genre und hob dieses aus einer kleinen Nische für eine Weile in die vordere Reihe der Musikszene. Er mischte erstmals harte Musik mit Hip-Hop, sieht man mal von dem doch sehr poppigen Meeting von Aerosmith und RunD.M.C ab. Crossover war geboren.
Und was für geniale Songs sind hier entstanden! Die Alko-Hip-Hopper von House of Pain zusammen mit Helmet! Die Nebelwerfer von Cypress Hill und Sonic Youth! Slayer und Ice-T! Living Colour und RunD.M.C.!
Ein legendärer Sampler, der in jede ambitionierte Plattensammlung gehört.
Hier meine zwei Favoriten:
Biohazard feat. Onyx – Judgement Night
Faith No More feat. Boo-Ya-Tribe – Another Body Murdered
